Besucher
Online:
2
Heute:
78
Gesamt:
237.771
Zählung seit:
 01.01.2000
LOGO Facebook

Geschichte

Festschrift 50 Jahre VC Frankfurt  Festschrift 75 Jahre VC Frankfurt   Festschrift 100 Jahre VC Frankfurt

Vereinsgeschichte Bild 1 Die Pionierzeit des Radsports war in Deutschland gerade erst angebrochen, als sieben weitsichtige Männer am 17. April 1883 im Gasthof "Rosenau" in Frankfurt den "Velociped Club Frankfurt 1883" (im Volksmund VC Frankfurt genannt) gründeten. Ziel war neben den sportlichen Aktivitäten dem Fahrrad, dem "Velociped" in der damaligen Form, einen größeren Bekanntheitsgrad zu verschaffen. 

Ein Jahr später wurde der "Bund Deutscher Radfahrer" ins Leben gerufen und die erste Deutsche Meisterschaft im Radsport durchgeführt. Bei dieser Meisterschaft im Jahr 1884 wurde noch in zwei Fahrradklassen gestartet: Auf Hochrädern und auf Dreirädern. Ein Jahr später wurde dann schon in 3 Klassen gefahren: per Hochrad, Dreirad und Niederrad (dem Vorgänger des heutigen Fahrrads). Bis 1890 setzte sich dieser Fahrradtyp schließlich durch und verhalf dem Radsport in Deutschland mit seinen noch jungen Vereinen zum Durchbruch. Seit 1886 gibt es in Deutschland Berufsrennfahrer. 

Der VC Frankfurt trug die gesamte Entwicklung des Radsports in Deutschland mit - von der Vereinsgeschichte Bild 2Organisation nationaler sowie internationaler Rennen bis hin zur technischen Verfeinerung des Niederrades mit seinen ersten Luftreifen (1880). 

Die 7 Gründungsmitglieder des VC waren: Albert Arnold, Ludwig Becker, James Collin, Eduard Morgenstern, Otto Pfister, Otto Pistorius und Robert Seiffermann. Seiffermann wurde der erste Präsident und behielt das Amt bis 1888, gefolgt von Otto Gilberger, der bis 1908 den Vorsitz führte.[

Vereinsgeschichte Bild 3Das Gründungmitglied Ludwig Becker gewann bis 1890 zahlreiche Rennen. In den folgenden 4 Jahren strahlte ein besonderer Stern des VC Frankfurt am Rennsporthimmel: Ernst Sachs, der spätere Gründer des Weltkonzerns Fichtel & Sachs AG, gewann Rennen um Rennen. Durch ihn vor allem wurde Frankfurt zur Hochburg des Radsports in Deutschland. 1894 musste er seine überaus erfolgreiche Rennfahrerlaufbahn nach einem schweren Sturz auf der Frankfurter Radrennbahn leider beenden. Sein Erfindergeist ließ ihn wenige Jahre darauf die Nabenschaltung mit Rücktrittbremse konstruieren, durch die das Fahrrad in seiner heutigen Bauweise in wesentlichen Zügen vervollständigt wurde. 25 Jahre lang, von 1908 bis 1933 war er der dritte Präsident des VC Frankfurt. 

Sein Nachfolger wurde August Stifft. Seither feiert der VC große sportliche Erfolge mit teils Vereinsgeschichte Bild 4prominenten Mitgliedern: Eine Weltmeisterschaft und zwei deutsche Meisterschaften sind hier vorab zu nennen. Christian Rohde gewann 1911 in Dresden den WM-Titel im 1000-Meter Bahnfahren. Hans Hundertmark wurde 1925 in Stettin Deutscher Straßenmeister über 200 Km der Amateure und Karl Oestreich siegte 1931 in Chemnitz bei der Deutschen Bahnmeisterschaft. Für viele weitere erfolgreiche VC Rennfahrer der damaligen Zeit können hier stellvertretend nur Gustav Leissler, Jean Hohe, Heinrich Ranis, Otto Gugau, Julius und Fritz Eichhorst, Heini Göttmann, Max Becht , Adolf Bär und Willi Christmann genannt werden.
Vereinsgeschichte Bild 5In der Zeit vor dem 1. Weltkrieg waren Marathonfahrten, seinerzeit Mammutrennen genannt, gang und gäbe. Hans Ludwig gewann 1909 das Rennen Wien-Berlin über 600 Km mit 16 Minuten Vorsprung. In die Ära August Stifft fallen Mitgliedschaften von Otto Glöckler, Fritz von Opel und David Stempel. Unter dem Mäzenat von Fritz von Opel formte sich in den Jahren 1926 bis 1927 der bekannte Opel-Rennstall, der in den Folgejahren im deutschen Profiradsport Geschichte machen sollte.

Ab 1933 leitete Franz Remde die Geschicke des Vereins zunächst bis 1937. Adolf Bär und GeorgVereinsgeschichte Bild 6 Arnold folgten ihm in diesem Amt, bis die Zerstörung Frankfurts im 2. Weltkrieg sämtliche Initiativen begraben ließ. In den ersten Monaten nach Kriegsende wurde dann schließlich ein Neuanfang im Vereinsgeschehen des VC Frankfurt gewagt. Hier sind die Verdienste von Paul Friedrich als Initiator zum Wiederaufbau des VC zu würdigen. Seit 1935 war er aktiv im Radsport und verlängerte die lange Liste seiner Erfolge in der Nachkriegszeit als Rennfahrer bei gleichzeitigem Vereinsvorsitz.

Vereinsgeschichte Bild 7Kurz nach der ersten Überbrückungszeit war es wieder Franz Remde, der den Vereinsvorsitz für viele weitere Jahre übernahm. Unter seiner zweiten Amtszeit gab es eine besonders erfolgreiche Zeit für den VC in sportlicher Hinsicht (drei deutsche Meistertitel) und in Bezug auf seine Mitgliederzahlen. 1946 gewann Horst Holzmann zu Beginn seiner großartigen Karriere Rennen um Rennen. Als Jugendfahrer wurde er 1947 erstmals deutscher Jugendmeister. 1950 als noch junger Amateur holte er sich gemeinsam mit dem Frankfurter Theo Intra den deutschen Meistertitel im 100 Km Zweier-Mannschaftsfahren auf der Bahn. 1951 wurde er deutscher Straßenmeister. Von 1952 bis 1962 war Holzmann einer der erfolgreichsten deutschen Berufsrennfahrer auf der Bahn und auf der Straße.

Vereinsgeschichte Bild 8Der wohl schönste und denkwürdigste Titel aus Vereinssicht war schließlich der Sieg in der deutschen Meisterschaft 1955 im Vierer-Vereins-Mannschaftsfahren mit den VC-Fahrern: Günther Badstübner, Werner Eckstein, Jochen Gierga und Wolfgang Götzelmann. Vereinsgeschichte Bild 91958, im Jahre des 75-jährigen Bestehens richtete der VC Frankfurt mit großem Erfolg die deutsche Meisterschaft auf der Bahn in sämtlichen Disziplinen im Frankfurter Stadion aus. Mit diesem Ereignis begann zugleich eine neue Ära auch im Selbstverständnis des Vereins: Er qualifizierte sich für erkennbar als ein Veranstalter von großen radsportlichen Ereignissen.

Vereinsgeschichte Bild 10Wenn auch die Rennerfolge spärlicher wurden, weil für den Radport im allgemeinen eine Phase von geringerem öffentlichen Interesse begann, so blieb das Vereinsleben im VC weiterhin in Takt. Nach dem Tod von Franz Remde, trat August Büdinger an seine Stelle. In Jahren danach wurden Rudolf Heinlein und Uwe Scheuch zur Vorsitzenden gewählt. Vor allem in den 70er Jahren wurde der Verein maßgeblich durch einen Mann geformt, dessen vorbildlicher Initiative die VC-Gemeinde bis heute viel zu verdanken hat, Walter Wahl. Seit über 30 Jahren gehörte er als Schatzmeister und Manager dem Vorstand an. Von 1979 bis 1989 lagen die Geschicke des VC in der Hand des Vorsitzenden Horst Dorn. 1990 erfolgte dann ein Generationswechsel im Amt des 1. Vorsitzenden durch Günter Schabel der bis Anfang 2006 den VC Frankfurt erfolgreich geführt und ausgebaut hat. Heutiger Präsident ist Dr. Reinhard Deimer.

Sportliche Erfolge setzten auch wieder ein: 1979 Hessenmeisterschaft im Dreier-Mannschaftsfahren der Senioren auf der Straße mit Karl Rauleder, Kurt Landau und Edmund Stein. 1981 Hessenmeisterschaft im Einer-Straßenrennen der Junioren durch Freddy Barth. 1983 gewann dann Thomas Hockauf den Titel des hessischen Querfeldein-Meisters. Die beiden letzten Namen stehen nur stellvertretend für viele begabte junge Fahrer in unseren Reihen. Dem VC Frankfurt gelang es seit 1973, seinem inzwischen auch international hervorragenden Ruf als organisatorisch kompetenter Veranstalter von radsportlichen Großereignissen zunehmend gerecht werden. In diesem Jahr wurde erstmals das noch heute stattfindende "Frankfurter Radcross" am Bornheimer Hang durch Walter Wahl ins Leben gerufen. In 27 hervorragend besetzten Querfeldeinrennen bis 2001 wurde der Ruf der absoluten Zuverlässigkeit so gefestigt, dass zum 100jährigen Jubiläum schließlich die Ausrichtung der deutschen Meisterschaft im Querfeldeinfahren für Profis, Amateure, Junioren und Jugendfahrer ehrenvoll an den VC Frankfurt übertragen wurde. Das Rennen fand vor großer Zuschauerkulisse am 6. Februar 1983 auf dem Sportgelände am Bornheimer Hang statt. Ganz im Geiste unserer Zeit mit sportlichen Ambitionen über den Leistungssport hinaus fanden auch vereinsinterne "Pokalrennen" statt, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Schließlich veranstaltete der Verein 1981 ein Mehretappenrennen für Senioren im Odenwald. Große Erfolge erzielte der VC mit seinen Rennfahrern seit Mitte der 80er Jahre. Jörg Weida gewann die, bei Rennfahrern, begehrte Brügelmann Championswertung als Juniorenfahrer. Weitere große Ergebnisse, besonders im Querfeldeinsport folgten. Ralph Berner wurde 1987 Vizeweltmeister der Junioren, VC-Fahrer Kai Hundertmark (Ex-Profi im Team Telekom und heute erfolgreicher Triathlet) wurde 10. In den Folgejahren gewann Ralph Berner viele bedeutende Rennen, wurde 1992, 1993 und 1994 deutscher Meister im Cross und außerdem 1993 auch Vizeweltmeister im Cross sowie Deutscher Meister MTB 1998.

Die Veranstaltertätigkeit ist inzwischen umfangreich geworden: Rundstreckenrennen in Michelstadt im Odenwald, mehrere hessische Meisterschaften, deutsche Meisterschaften sowie die alljährlichen Radtouristikfahrten "Quer durch den Rodgau" und "Brügelmann-RTF" stehen auf dem Programm. Für das Jahr 2000 wurde dem VC Frankfurt die deutsche Meisterschaft im Querfeldeinfahren nach 1993 und 1996 zum 3. Mal übertragen

Vereinsgeschichte Bild 11Im Jahre 2002 richtete der Club den erstmalig in Deutschland stattfindenden Weltcup im Radcross auf der international bekannten Strecke am Bornheimer Hang in Frankfurt am Main aus. Ein weiter Höhepunkt in 2002 war der Gewinn der Hessenmeisterschaft im Straßenrennen der Elite durch Sven Bauer.


2004 gründete der Club das erste eigene professionelle GSIII-Team "VC Frankfurt Radteam-Brügelmann". Schon nach kurzer Zeit macht sich das Team, auch international, durch großartige Siege einen guten Ruf in der Szene.

2005 konnten wir einen internationalen Erfolg feiern: Gary Weir wurde Vize-Meister bei der Britischen Meisterschaft im Einzelzeitfahren.

2006 kam das Elite Team „Target-Exist-Spiuk“ hinzu. Gegründet wurde von unserem ehemaligen Pressewart, Peter Rohracker, für 8 Rennfahrer des VC.  Ein Fahrer aus diesem Team, Dirk Müller, gewann die Deutsche Meisterschaft im Straßenrennen.

Insgesamt hat der Breitensport, das Radtourenfahren mit Kilometerleistungen von oft weit über 100 Km, in den letzten Jahren innerhalb des Vereins erheblich an Gewicht gewonnen. Die derzeitige Entwicklung des Vereins wird von einer starken und regelmäßig fahrenden Tourenfahrergruppe geprägt.

Mit ca. 220 Mitgliedern ist der VC Frankfurt heute in der ausgezeichneten Lage, sowohl mit Dank auf viele zurückliegende Erfolge verweisen, als auch mit Zuversicht auf neue zeitgemäße Aufgaben sein Augenmerk richten zu können. Engagement und Sportsgeist werden auch die Zukunft bestimmen.